Compilations

Take Five

A Collection of Various Interpretations of „Take Five“

Take Five
A Collection Of Various Interpreations Of „Take Five“
(Roof Music/2003) RD 2433198
ISBN 3-936186-50-2

Trackliste

1. Take Five - Dave Brubeck Quartett & Carmen Mcrae
2. Take Five - Quincy Jones
3. Take Five - Jazzkantine
4. Take Five - Trudy Pitts & Pat Martino
5. Take Five - George Mgrdichian & Menachen Dworman
6. Take Five - Sidney Youngblood
7. Take Five - George Benson
8. Take Five - Helge Schneider
9. Take Five - Young Lions
10. Take Five - Monica Zetterlund
11. Take Five - The Specials
12. Take Five - Dave Brubeck Quartett


Presse

„Won't you stop and take a little time out with me, just take five. Stop your busy day and take the time out to see, I'm alive...“.

So singt es Carmen McRae, begleitet vom Dave Brubeck Quartet. Entgegen aller Spielregeln der Musikindustrie ist es aber nicht diese gesungene Version, die zum Welt-Hit avancierte, sondern die instrumentale Erstaufnahme vom 1. Juli 1959. Der Alt-Saxophonist Paul Desmond schrieb mit „Take Five“ den größten Erfolg für das Dave Brubeck Quartet, der sich schnell zum ersten Welt-Hit des Jazz mauserte. Auch das Album „Time Out“ profitierte von dieser Popularität und schaffte es 1961 bis auf Platz zwei der Billboard-Pop-Album-Charts.

"Es sollte nie ein Hit werden. Es war für Joe Morellos DrumSolo konzipiert", kommentierte Paul Desmond diesen Erfolg. Aber "Time Out", 1959 aufgenommen, ist nicht nur wegen "Take Five" eines der berühmtesten Alben des Jazz. Das gesamte Konzept durchbrach den herkömmlichen 4/4-Takt, und so findet sich auch kein einziges Stück in diesem Metrum darauf.

Die Idee zu "Take Five" sei ihm - laut Herald Tribune während eines verlustreichen Abends an einem Spielautomaten in Reno gekommen "Es war der Rhythmus der Maschine, der es mir suggeriert hat, und ich habe es wirklich nur geschrieben, um das Geld wieder reinzuholen, das ich da verloren habe. Was inzwischen ja auch geklappt hat." Desmond war für seine trockenen Kommentare fast ebenso berühmt wie für seinen Saxophon-Stil. Er selbst nannte sich gern "der Welt langsamsten Altspieler", sein Ziel sei es zu klingen "wie ein trockener Martini".

Überstrahlt schon die Erfolgsgeschichte von "Take Five" alle anderen Hits des Jazz, ist vor allem bemerkenswert, dass sich ein Instrumental-Stück im – bis dahin sehr unüblichen 4/5-Takt zu einem solchen Gassenhauer entwickelte, der im Jazz alle denkbaren, ungewöhnlichen Metren etablierte.

Paul Desmond wurde am 25. November 1924 als Paul Emil Breitenfeld in San Francisco geboren. Der Sohn eines deutschstämmigen, jüdischen Stummfilm-Organisten wechselte erst 1943 von der Klarinette auf das Alt-Saxophon über und lernte während seines Militärdienstes in der 253. Army Band einen jungen Pianisten namens Dave Brubeck kennen. Aus dieser Bekanntschaft entstand 1951 das klassische Quartett mit Dave Brubeck am Klavier, Paul Desmond am Alt-Saxophon, Eugene Wright am Bass und Joe Morello am Schlagzeug, das vom Geheimtipp schnell zu einer der erfolgreichsten Jazz-Formationen aller Zeiten aufstieg. Dieser Erfolg ist nicht nur durch die Hits zu erklären oder die berühmten Saxo phon-Linien, häufig sehr einprägsam wie im Pop, was in ganz besonderem Maße für die Melodie bei „Take Five“ gilt. Er entsprang auch Brubecks Suche nach einem alternativen Forum, das der Musik würdiger und der Gesundheit zuträglicher war als überfüllte, verräucherte Bars. So wurde die Idee zu den College-Tourneen geboren. Die vierköpfige Band quetschte sich in einen Wagen, ging auf Tour und nahm schließlich eine Live-Platte auf, "Jazz Goes to College", die sie auf Jahre hinaus zu gefragten Musikern machte. Die cool-distanzierte und doch Kopf, Herz und Füße gleichermaßen ansprechende Musik machte das Quartett in der jungen weißen Mittelschicht populär Mit "Time Out" erreichte dieser Siegeszug auch Europa. "Take Five" - der Titel greift eine amerikanische Redewendung auf, die eine kurze Entspannungspause während der Arbeit einleitet - wurde zu einer Hymne der neu entdeckten ."Leichtigkeit des Seins" in den 60er Jahren.

Die Zahl der Cover-Versionen dieses Titels ist, im Gegensatz zu PopSongs wie Yesterday oder Fever, eher gering, obwohl „Take Five“ sogar in jeder Fußgängerzone der westlichen Welt regelmäßig zum Besten gegeben wird. Die Bandbreite der Interpretationen ist aber spannend, denn eine Reihe namhafter Künstler hat es im Laufe der Jahrzehnte mit dieser fast klassischen Berühmtheit aufgenommen, darunter Quincy Jones und George Benson aber auch Sydney Youngblood und Helge Schneider

Roof Music veröffentlicht "Take Five"

Die Idee hatte der Bochumer Musikjournalist Ralf llgner bei einem Treffen mit Freunden. Auf dem Plattenteller hatte sich die Roof-Produktion „Sunny“, eine erwähnenswert gute Sammlung vieler Versionen dieses Motown-Hits, gerade zu Gunsten einer Interpretation des Klassikers „Take Five“ verabschiedet, gespielt von den Young Lions. Die Bochumer Roof Music griff die Geschichte auf und Ralf Ilgner begann in den Archiven seines Arbeitgebers, WDR 5, nach „Take Five“ zu suchen.

Der Jazz-Klassiker tauchte schon nach kurzer Zeit in hundertfacher Ausführung auf, schließlich blieben in der engeren Wahl 33 Stücke übrig. Einige schieden aus, weil man die Rechte nicht bekam, andere passten nicht ins Konzept. Probleme sollte es dann auch kurzfristig mit den Rechten des Originals geben. Dave Brubecks Altsaxophonist Paul Desmond schrieb das Stück 1959. Die Plattenfirma, die den Pianisten Brubeck unter Vertrag hat, will in diesem Jahr eine Sonderedition auf den Markt bringen, was es nicht einfach machte, die Rechte für das Stück zu bekommen. Doch nicht nur das im 5/4 Takt geschriebene Original ist auf der Compilation enthalten. Anders als auf der „Sunny 1“, auf der der Song in recht homogenen Versionen immer wieder zu hören ist, brachte Ralf Ilgner eine enorme Stil- und Klangvielfalt ins Spiel.

Das Album ist auch als limitierte Vinyl-Version (500 Stück) erschienen. Die ist nicht nur empfehlenswert, sondern geradezu Pflicht für Musik- und Plattensammler.

Ralf Schäfer - Ruhr Nachrichten, 09.02.2004



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